Heftiges Tauziehen um Koalition in Kroatien
von Tamara Depolo
Zagreb. Am gestrigen Post-Wahl-Dienstag herrschten unter Kroatiens Parteien rege Verhandlungen, denn die zwei stimmenstärksten Parteien, die amtierende, rechtskonservative Regierungspartei HDZ und die wiedererstärkte sozialdemokratische SDP, brauchen noch elf (HDZ) respektive 21 Mandate (SDP), um je mindestens 77 Parlamentssitze beisammen zu haben. Wer zuerst die 77 zusammen hat (von 153 im kroatischen Parlament), wird mit der Regierungsbildung beauftragt, sagt Kroatiens Staatspräsident Stipe Mesic.
Dienstagnachmittag verhandelten HDZ und SDP mit potenziellen Partnern, die prinzipielle Entscheidung wird daher wohl diese Woche fallen. Formell sind für den Regierungsbildungsauftrag noch die endgültigen Wahlergebnisse am 11. Dezember abzuwarten.
Das Zünglein an der Waage spielt die konservative Bauernpartei HSS, die sechs Mandate errungen hat. Umworben ist auch die liberale HSLS, die zwei Mandate hat. Fixe SDP-Partner sind die Volkspartei HNS (sieben Mandate), die istrische IDS (drei Mandate) und ein Vertreter der bosnischen Minderheit (ein Mandat). Weil das nicht reicht, sind auch die drei Vertreter der serbischen Minderheit umkämpft - diesen bietet die SDP angeblich den Aussenminister-Posten an. Mit drei Mandaten ist auch die nationalistische HDSSB nicht zu unterschätzen.
Unterdessen meinen Analysten, dass die nationalis-tischen Kräfte in der HDZ aufleben würden, sollte sie in die Opposition gehen. Andererseits hat diesmal das linke Lager sein bestes Wahlergebnis seit 17 Jahren errungen.
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