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Kroatien wählt neues Parlament
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Verfechter der europäischen Idee: Ivo Sanader
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Foto: dpa
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Etwa 4,5 Millionen Kroaten sind zur Wahl aufgerufen. Zwischen den beiden Spitzenkandidaten Sanader und Milanovic wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.
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In Kroatien hat am Sonntagmorgen die Parlamentswahl begonnen. Rund 4,5 Millionen Bürger sind aufgerufen, die rund 150 Abgeordneten des Sabor in Zagreb zu bestimmen. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der konservativen Kroatische Demokratische Union (HDZ) von Regierungschef Ivo Sanader und den oppositionellen Sozialdemokraten unter Zoran Milanovic. Beide Parteien sind auf Koalitionspartner angewiesen.
Sanader und Milanovic sind beide glühende Europäer, Sanader steht bei den Wählern jedoch auch unter erheblichem Druck. Viele Bürger machen die derzeitige Regierung für den Mangel an Fortschritten bei der Verbesserung des Lebensstandards und beim Kampf gegen die Korruption verantwortlich.
Die oppositionellen Sozialdemokraten haben im Wahlkampf dagegen neue Impulse für die Wirtschaft und wirksame Schritte gegen die hohe Arbeitslosigkeit von zuletzt 14 Prozent angekündigt. Außerdem haben sie höhere Löhne versprochen - das Durchschnittseinkommen liegt zurzeit bei 4.900 Kuna (670 Euro) im Monat. Mit Blick auf die vielen Kriegsgewinnler will Milanovic auch neue Steuern einführen. Er war deswegen von der Regierung beschuldigt worden, wieder zum alten kommunistischen System zurückkehren zu wollen.
Allerdings können auch die Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Ljubo Jurcic kaum mit einer Mehrheit rechnen. Allgemein werden schwierige Koalitionsgespräche im Anschluss an die Wahl erwartet. In der Außenpolitik gibt es kaum Unterschiede zwischen den beiden großen Parteien. Beide streben die Mitgliedschaft Kroatiens in der EU und in der Nato an. Für das nächste Jahr wird eine Einladung zum Beitritt in die Nato erwartet. Anfang Januar wird Kroatien Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.
Nach der Unabhängigkeit von Jugoslawien wurde Kroatien ein Jahrzehnt lang von der HDZ des nationalistischen Politikers Franjo Tudjman dominiert. Von 2000 bis 2003 waren die Sozialdemokraten an der Regierung, ehe die HDZ an die Macht zurückkehrte. Bei der Wahl der 160 Abgeordneten waren 4,48 Millionen Bürger stimmberechtigt, unter ihnen 400.000 Kroaten im Ausland. (dpa/AP)
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http://www.netzeitung.de/ausland/823230.html