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Börse: ZERTIFIKATE - Osteuropa unter Druck

Sonntag 02 Dezember 2007 12:50:25

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ZERTIFIKATE - Osteuropa unter Druck

Erstaunlicherweise sind Osteuropas Aktien in der Korrektur stärker unter Druck geraten als die westeuropäischen Börsen. Besonders stark getroffen hat es die Märkte in Bukarest, Sofia und Kroatien, die im November zwischen 15 und 20 Prozent nachgaben. Dabei wachsen diese Volkswirtschaften stark, weil sie sich im ökonomischen Aufholprozess befinden. Allerdings stiegen die dortigen Aktien in den vergangenen Jahren auch deutlicher als die Westeuropas.

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Neben Gewinnmitnahmen dürfte auch die Flucht in Sicherheit viele Anleger dazu bewogen haben, ihr Geld aus dem Osten abzuziehen und lieber in den Westen zu transferieren. Spekulative Naturen schichten auch nach Russland und in den Nahen Osten um. Die Länder dort profitieren vom hohen Ölpreis.

 

Zudem spielen Fundamentalkriterien wieder eine größere Rolle. Auch nach dem Kursrutsch sind die Märkte in Südosteuropa nicht preiswert. Sloweniens Leitindex SBI Top weist nach einer fulminanten Hausse trotz des leichten Kursrückgangs immer noch ein 2007er-KGV von 27,5 auf. Auch Kroatiens Crobex und Rumäniens BET sind mit KGVs für 2007 von 23 und 19 weiterhin teuer. Zu sehr liefen die Kurse der wirtschaftlichen Entwicklung voraus.

Rumänien fiel besonders stark

Federn lassen musste vor allem rumänische Aktien. Das Land kämpft mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit und hoher Inflation. Die wird von den stark kletternden Löhnen befeuert, die 2007 im Schnitt um 20 Prozent zulegten. Die starke Kreditaufnahme der Privathaushalte heizt den Konsum an. Skeptiker befürchten schon, dass sich die Wirtschaft überhitzt – zumal die steigenden Lohnkosten dazu führen könnten, dass internationale Direktinvestoren in billigere Staaten abwandern – zum Beispiel in die Ukraine.

In Kroatien verunsichert die am vergangenen Wochenende stattgefundene Parlamentswahl, die zu keiner klaren Mehrheit führte und langwierige Koalitionsverhandlungen nach sich ziehen könnte. In Slowenien schreckt dagegen trotz guter Wirtschaftsdaten die hohe Bewertung und die heiß gelaufene Börse Käufer ab. Die Titel in Ljubljana haben bisher nur geringfügig nachgegeben.

Auffällig war zuletzt auch, dass die Märkte in Südosteuropa auch an starken Tagen in Amerika und Westeuropa nur geringfügig zulegten oder sogar leicht fielen. Das deutet darauf hin, dass sie ihren Boden noch nicht gefunden haben. Mittel- und langfristig ist Südosteuropa jedoch interessant. Denn das Wachstum ist nach wie vor kräftig und der wirtschaftliche Aufholprozess, die EU-Integration sowie die Fördergelder aus Brüssel sollten nach der Bodenbildung wieder Schwung in die Märkte bringen. Gegenwärtig sollten Investoren allerdings lieber eine Warteposition einnehmen.

Besser sieht es dagegen in Tschechien, Polen und Ungarn aus. Die dortigen Leitindizes sind zwar auch jeweils zehn Prozent gefallen, haben sich aber deutlich resistenter gezeigt als die südosteuropäischen Pendants. Es wurde weniger Kapital abgezogen, weil sie von Investoren wohl bereits als der etablierte Osten angesehen werden und damit auf einer Stufe mit Westeuropa stehen. Außerdem sind die Bewertungen deutlich niedriger als in Rumänien & Co.. Tschechien hat ein KGV von 16, Polen von 14 und Ungarn von 12. Damit liegen sie nur etwas höher als der europäische Durchschnitt (der Euro Stoxx 50 hat ein KGV von 12), wachsen aber erheblich stärker.

Von der Hypothekenkrise in den USA sind die drei Regionen nur marginal betroffen. Die wirtschaftlichen Rahmendaten stimmen zudem – mit Ausnahme von Ungarn – weiterhin optimistisch. Die Magyaren sind im CECE-Index aber nur mit 13 Prozent vertreten. Diese länderübergreifende Benchmark wird von Polen mit 53 Prozent Gewicht dominiert. Tschechien ist mit 34 Prozent in dem Barometer vertreten. Der Index enthält die 27 größten Aktien aus den drei Staaten.

Mit Bonuszertifikaten abgesichert nach unten einsteigen

Mit einem Bonuszertifikat von Goldman Sachs (WKN: GS0RP3) können Anleger jetzt den Einstieg wagen. Der Abstand zur Untergrenze beträgt 22,10 Prozent. Fällt der CECE bis zur Fälligkeit am 19. Juni 2009 von derzeit 2824 Punkten nie auf oder unter 2200 Zähler, gibt es mindestens 34 Euro pro Zertifikat zurück (Kurs 30.11.: 29,10 Euro). Das entspricht einer jährlichen Rendite von 10,6 Prozent. Übertrifft der CECE bis zur Fälligkeit 3400 Punkte, erhalten Investoren zwar keine Bonuszahlung, dafür aber den vollen Gewinn. Wird die Untergrenze berührt, entfällt die Bonuszahlung. Das Papier wird zum normalen Indexzertifikat mit vollem Verlustrisiko. Da das Zertifikat vor dem 1. Juli 2009 ausläuft, unterliegen Gewinne nicht der Abgeltungssteuer.

Das ist auch beim Bonuszertifikat mit identischer Fälligkeit von ABN Amro (WKN: AA0M83) auf den Südosteuropa-Index SETX der Fall. Dieser setzt sich zu je etwa 40 Prozent aus den wichtigsten slowenischen und rumänischen Aktien zusammen, rund 19 Prozent des Index kommen aus Kroatien und ein Prozent sind bulgarische Werte. Sinkt das Barometer von derzeit 2454 Zählern nie auf 2000 Punkte oder tiefer – das sind 18,5 Prozent – wird am Ende mindestens der Gegenwert des Bonuslevels von 3200 Punkten zurückerstattet. Das entspricht einer jährlichen Rendite von fast zwölf Prozent. Übertrifft der Index die Marke, erhalten Anleger den vollen Gewinn. Das Risiko, dass die Untergrenze touchiert wird, ist hier höher als beim CECE-Produkt. Nur spekulative Investoren sollten deswegen ein Engagement wagen.

Von Emmeran Eder

gefunden bei: http://www.boerse-online.de/zertifikate/aktuell/493884.html?p=1


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